Metabolisches Syndrom

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Fragen rund ums metabolische Syndrom

Patienten stellen Fragen an den Ernährungs-Mediziner und Spezialisten für das metabolische Syndrom Prof. Dr. Hans Hauner

Prof. Dr. med. Hans Hauner,
Direktor des Else-Kröner-Fresenius-Zentrum
für Ernährungsmedizin der TU München und
Spezialist für das metabolische Syndrom,
beantwortet dringende Fragen rund um diese
gefährliche Erkrankung.

Hat das Alter Einfluss auf das metabolische Syndrom?

Ja, mit dem Älterwerden geht nicht nur häufig das Gewicht in die Höhe, auch das Risiko für die einzelnen Komponenten des metabolischen Syndroms steigt. Im Alter zwischen 20 und 29 Jahren haben etwa 5 Prozent ein metabolisches Syndrom, im Alter zwischen 50 und 59 Jahren sind es immerhin etwa 35 Prozent. Deshalb ist es wichtig, sich mit steigendem Alter stärker um eine gesunde Lebensführung und vor allem um ein noch akzeptables Körpergewicht zu bemühen.

Gibt es einen Unterschied zwischen den Geschlechtern, d.h. sind Männer oder Frauen stärker gefährdet?

Da Männer überflüssige Kalorien im Gegensatz zu Frauen bevorzugt am Bauch bzw. in der Bauchhöhle ansammeln, tritt das metabolische Syndrom bei ihnen im Durchschnitt um 5 bis 10 Jahre früher auf. Hinzu kommt, dass der Gewichtsanstieg bei Männern früher beginnt als bei Frauen, weil sie meist weniger auf ihr Gewicht achten und überhaupt weniger gesundheitsbewusst sind. Leider holen aber die Frauen auf und sind etwa ab dem 50. Lebensjahr gleich häufig vom metabolischen Syndrom betroffen.

Ist Übergewicht eine Frage des Alters? Darf man im Alter etwas mehr wiegen?

In allen Industrieländern wird tatsächlich beobachtet, dass es bei den meisten Menschen mit dem Älterwerden zu einem langsamen Anstieg des Körpergewichts kommt. Das ist aber kein Naturgesetz, sondern eher Folge des modernen Lebensstils. Es wird weiter reichlich und gut gegessen, die körperliche Bewegung geht aber eher zurück. Von Naturvölkern mit eher knapper Kost und viel Bewegung wissen wir, dass sich das Körpergewicht während des Erwachsenenalters praktisch nicht verändert.
Es ist sicher so, dass sich das Risiko von Übergewicht im höheren Lebensalter abschwächt. Das hat aber wahrscheinlich damit zu tun, dass andere Gesundheitsprobleme stärker in den Vordergrund rücken und möglicherweise die Übergewichtigen mit besonders hohen Risiken schon verstorben sind und die Personen mit eher gutartigen Formen des Übergewichts verbleiben, die es zweifellos auch gibt. Das sind vor allem Frauen mit Fettansammlung vor allem an den Hüften und Oberschenkeln. Daher sollte man sein Gewicht im Lauf des Lebenslauf möglichst stabil halten oder die Gewichtszunahme auf höchstens 5 Kilos begrenzen.

Ich bin übergewichtig, treibe aber viel Sport und ernähre mich gesund. Bin ich dadurch weniger gefährdet? Worauf muss ich achten?

Auch Übergewichtige können durch ein solches gesundheitsförderliches Verhalten ihr Erkrankungsrisiko insbesondere auch für ein metabolisches Syndrom erheblich senken. Das ist inzwischen in vielen Studien überzeugend gezeigt worden. Auch wer es nicht schafft, sein Übergewicht ganz loszuwerden, kann durch regelmäßige Bewegung welcher Art auch immer (sieht man von kurzfristigen Kraftanstrengungen ab) und eine gesundheitsförderliche Ernährung mit weniger Fett und reichlich Ballaststoffen seine Risiken deutlich verringern und sollte sich auch bei vergeblicher Gewichtsabnahme nicht entmutigen. Selbst kleine Änderungen haben messbare günstige Auswirkungen.

Gesunde Ernährung – was heißt das? Wovon sollte ich viel, wovon weniger essen?

Zunächst ist der Hinweis wichtig, dass nicht mehr Kalorien zugeführt werden sollen als der Körper braucht (bei Übergewicht wäre eher ein kleines Defizit wünschenswert). Eher ungünstig sind tierische Fette und auch pflanzliche Öle und Fette mit einem hohen Anteil gesättigter Fettsäuren (Palmöl, Kokosfett), günstig einfach und mehrfach ungesättigte Fette, die sich hauptsächlich in pflanzlichen Quellen finden, darunter besonders auch in Nüssen wie z.B. Walnüssen. Vorteilhaft ist auch eine hohe Zufuhr von Ballaststoffen, sowohl löslichen, die sich vor allem in Gemüse und Obst finden, als auch unlöslichen in Form von Getreide(Vollkorn-)produkten.

Welche Rolle spielen Fette um dem metabolischen Syndrom vorzubeugen? Welche Art von Fett soll ich essen, welche soll ich vermeiden?

Gesättigte Fette in größeren Mengen fördern die Entwicklung des metabolischen Syndroms, einfach und mehrfach ungesättigte Fette scheinen eher eine Schutzwirkung zu haben. Daher kommt es entscheidend auf die Art der Fette an. Günstig sind vor allem pflanzliche Fette wie Raps- und Olivenöl, Sonnenblumenöl, Leinöl und andere mehr. Günstig ist auch das Fettsäuremuster in Nüssen.

Ich bin häufig unterwegs und muss zwischen durch essen. Was empfehlen Sie als gesunden Snack?

Wer Probleme mit seinem Gewicht hat, sollte mit Snacks grundsätzlich zurückhaltend sein, da diese meist zusätzliche und meist nicht benötigte Energie bedeuten. Wir empfehlen daher gerade übergewichtigen Menschen, statt eines Mittagessens einen leichten Snack einzunehmen, der die Gewichtskontrolle erleichtert und wirklich benötigte Nährstoffe zuführt. Auch hier sind in erster Linie pflanzliche Produkte wie Obst, leichte Salate und Ähnliches zu empfehlen.

Welche Omega-3-Fettsäuren soll ich essen? Wo stecken sie drin?

Im Verhältnis zur Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren verzehren die modernen Menschen meist zu wenig Omega-3-Fettsäuren. Die letztgenannten sind in Form von α-Linolensäure besonders in pflanzlichen Ölen enthalten, z.B. Rapsöl, Leinöl, Walnussöl. Eine gute Quelle für Omega-3-Fettsäuren sind Kaltwasserfische wie Hering, Lachs etc. Empfohlen werden 1 bis 2 Fischmahlzeiten pro Woche, wovon allerdings der Durchschnitt der Bevölkerung weit entfernt ist.

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Bitte beachten Sie: eine grundlegende Umstellung des Lebensstils sollte immer von einem Arzt begleitet werden. Die hier abgebildeten Anregungen der California Walnut Commission können Ihnen dabei helfen einen gesunden Lebensstil zu finden; sie können jedoch keinesfalls eine professionelle Beratung ersetzen.

Rezeptauswahl

Hier finden Sie eine Auswahl leckerer und kalorienbewusster Rezepte.